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Wieso wird „Prosa“ oft falsch verwendet?

Viele, die das Wort „Prosa“ benutzen, denken dabei an Literatur, anspruchsvolle Texte oder hohe Kunstfertigkeit. Dabei bedeutet Prosa eher das Gegenteil von Poesie oder Dichtung und schließt Polizeiberichte genauso ein wie Romane. Woher kommt also die Verwechslung?

Von Hannah Molderings

Definition 1: Prosa als formaler Begriff

Prosa bedeutet zunächst ganz einfach: Sprache, die nicht in Versform gebunden ist. So steht es auch im Duden. Das Gegenteil von Prosa ist Lyrik: also Verse, Reime und alle Texte mit Rhythmus. Ein Sitzungsprotokoll ist also genauso Prosa wie eine Novelle von Kleist. Das Adjektiv „prosaisch“ bedeutet nüchtern, trocken oder alltäglich. Prosa ist also in erster Linie ein neutraler Formbegriff.

Definition 2: Prosa als literarischer Begriff

Daneben existiert eine zweite Bedeutung. Im Deutschunterricht lernt man drei literarische Gattungen: Lyrik, Epik, Dramatik. Die Epik, also Romane, Novellen, Erzählungen, ist fast immer in Prosa geschrieben. Deshalb wird „Prosa“ im Literaturkontext schnell zum Synonym für Erzählkunst. Wenn jemand also sagt: „Seine Prosa ist großartig“, meint er nicht: „Er schreibt ohne Reime.“ Sondern er findet Stil, Satzführung oder Rhythmus toll.

Und was raten wir Ihnen?

Es ist kein Fehler, „Prosa“ für literarische Texte zu verwenden. Der Fehler liegt eher darin, Prosa pauschal als Gegenteil von schlichter Sprache zu verstehen. Vermutlich hat die Schule den Begriff auf eine Gattung verengt. Im Ergebnis verstehen viele die Bedeutung des Begriffs falsch: Wer „Prosa“ zum Gütezeichen für Texte erhebt, sitzt gedanklich also noch ein bisschen in der Schule fest und hat den Pausengong nicht gehört. Naja, dieser Schluss war jetzt vielleicht nicht der poetischste.

 


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E-Mails: Wen rede ich zuerst an?

Wer eine Mail an mehrere Personen schreibt, steht oft vor der Frage: Wer kommt zuerst? Frauen vor Männern? Chef vor Kollegin? Oder einfach alphabetisch? Wir räumen die häufigsten Zweifelsfälle auf.

Von Hannah Molderings

Unser erster Gedanke: Die Regeln für Anreden in E-Mails sind doch bestimmt irgendwo klar geregelt. Im Protokoll Inland der Bundesregierung zum Beispiel. Das ist der offiziellen Ratgeber des Bundesinnenministeriums für Anschriften und Anreden. Wer zum Beispiel wissen will, wie man einen Botschafter oder eine Staatssekretärin korrekt anschreibt: Da steht es drin.

Unsere konkrete Frage wird hier aber leider nicht beantwortet. Im Protokoll Inland steht sogar wörtlich: „Für die Gestaltung der schriftlichen und mündlichen Anrede lassen sich keine festen Regeln aufstellen.“ Klar geregelt ist das Ganze also nicht, auch nicht in einer DIN oder im Knigge. Es gibt aber ein paar Konventionen, auf die man sich verständigen kann.

Wer wird zuerst genannt?

Wenn eine Hierarchie erkennbar ist: In diesem Fall spricht man die ranghöhere Person zuerst an, unabhängig vom Geschlecht.

Beispiel:
Sehr geehrter Herr Dr. Bergmann, sehr geehrte Frau Töller,

Wenn alle gleichrangig sind: Hier gilt Frauen vor Männern. Sind mehrere Frauen oder mehrere Männer dabei, sollte man die Nachnamen alphabetisch sortieren. Dieser Kniff hilft auch dann, wenn man die Hierarchie der Personen nicht kennt.

Beispiel:
Sehr geehrte Frau Cruz, sehr geehrter Herr Fink, sehr geehrter Herr Aschenbrenner, sehr geehrter Herr Zarrella,

Wie gehe ich mit Duzen und Siezen um?

Manchmal wird die Chefin mitadressiert und gesiezt, während man mit den Kolleg*innen längst beim Vornamen ist. Kein Problem: Die gesiezte, ranghöhere Person kommt zuerst, danach folgt die Gruppe in der vertrauten Form.

Beispiel:
Hallo Frau Ionescu, liebe Kolleginnen und Kollegen,

Wie gehe ich mit vielen Empfänger*innen um?

Ab vier oder mehr Personen wird die namentliche Aufzählung unpraktisch. Je nach Tonfall können verschiedene Sammelformeln helfen:

Formell, unbekannte Gruppe: Sehr geehrte Damen und Herren,
Intern, vertraut: Liebe Kolleginnen und Kollegen, / Hallo zusammen, / Liebes Team, …
Genderneutral ohne Sonderzeichen: Liebe Mitarbeitende,
Mit Genderzeichen: Liebe Kolleg:innen, / Liebe Kolleg*innen,
• …

Was genau Sie verwenden, ist letztlich auch eine Frage der Unternehmenskultur. Selbst außergewöhnliche Formulierungen wie Liebe alle oder Liebe drei sind mittlerweile in einigen Teams etabliert.

Was ist mit den Personen im CC-Feld?

Wenn der eigentliche Gesprächspartner im An-Feld steht, die Vorgesetzte aber im CC mit informiert wird, gilt folgendes: Die Person im CC-Feld muss in der Anrede nicht zwingend auftauchen, sie soll ja in der Regel nur in Kenntnis von etwas gesetzt werden. Möchte man sie jedoch trotzdem persönlich ansprechen, gilt wieder die Rangfolge der Personen als maßgeblich.

 


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Bitte nicht immer auf der Glatze Locken drehen!

„Auf einer Glatze Locken drehen“ – dieser Spruch wird oft gebraucht, um Bewunderung auszudrücken: Boah, hier schafft’s jemand, auch bei dünnster Faktenlage einen brillanten Text zu schreiben. In Wirklichkeit gelingt das selten.

Von Stefan Brunn

Erfunden hat den Spruch Karl Kraus, der österreichische Satiriker und Pressekritiker. Vor mehr als hundert Jahren schrieb er: „Ein Feuilleton schreiben heißt auf einer Glatze Locken drehen.“ Kraus verspottete Leute, die aus heißer Luft viel Wirbel machten, aber es schwang auch Anerkennung mit: Die aus dem Nichts frisierten Locken gefielen dem Publikum sogar mitunter besser als eine „Löwenmähne der Gedanken“.

Heute überwiegt bei denen, die den Spruch erwähnen, der anerkennende Aspekt. Wer den Satz im Kollegenkreis fallen lässt, schwingt sich damit sogar meist selbst aufs Podest: Andere würden an diesem dürren Thema verzweifeln, ich aber mache aus den paar Härchen noch eine Dauerwelle! 

Der elegante Weg: brillant schönschreiben
Noch häufiger dient der Spruch als Ausrede – um sich vor der lästigen, langwierigen Arbeit der Recherche zu drücken. Wer brillant genug schreibt, der hat es doch gar nicht nötig, lange in Quellen zu wühlen! Wozu tief in die Archive eintauchen, Experten anrufen oder Daten prüfen?

Mit Glanz lässt sich Gehalt aber selten ersetzen. Wer sich darauf verlässt, brillant zu frisieren, geht ein hohes Risiko ein, denn brillante Schreiber sind selten – ich zum Beispiel bin keiner. Auch Kurt Tucholsky hat das Phänomen erkannt und mit einem anderen Bild beschrieben: Banalitäten aufblasen zu Kinderballons. „Stich mit der Nadel hinein, und es bleibt ein runzliges Häufchen Grammatik“, warnte Tucholsky. 

Der sicherere Weg: gründlich recherchieren
Es gibt einen Weg zu guten Texten, der sicherer ist und auch Nicht-Genies offensteht: gründlich recherchieren. Wer so lange sucht, bis er wirklich überraschende und passgenaue Informationen zusammen hat, der braucht keine Brillantine mehr.

Beim Redenschreiben zeigt sich das besonders deutlich. Wer einen Vortrag hört, in dem alle halbe Minute eine neue, überraschende Info auftaucht, stört sich bestimmt nicht an mittelmäßiger Rhetorik. Der Stoff fesselt, der Stil kann schlicht sein. Umgekehrt gehen die großen Formulierungskünstler ein hohes Risiko ein, wenn sie eigentlich nichts zu sagen haben. Das Publikum spürt das nämlich durchaus.

Lieber genug eigene Haare auf dem Kopf
Natürlich sind die allerbesten Texte die, die starke Infos liefern plus brillant geschrieben sind. Das ist die Königsklasse. Sie ist aber selten, eben weil sowohl überraschende Tatsachen als auch geniale Autoren selten sind. Leider nur gibt es viele, die sich zwar für brillant halten, es aber nicht sind. Wenn diese ihre Arbeitszeit vom Feilen an den Formulierungen ins Recherchieren umleiten würden, wären ihre Texte schlagartig besser. Und Hand aufs Herz: Eine üppige Mähne lässt sich doch auch viel schöner in Form bringen!

 

 


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Beim Anhang abgehängt

Jedes Mal dieselbe Unsicherheit: Heißt es „angehangen“ oder „angehängt“? Beim Verweis auf Anhänge in E-Mails lohnt sich ein kurzer Blick auf Grammatik – oder auf bessere Formulierungen.

Von Katrin Liffers

Es sind die kleinen Dinge, die uns beim Schreiben aus dem Takt bringen. Bei mir ist es immer wieder der Moment, in dem ich auf einen Anhang verweisen will. „Ich habe Ihnen die Datei angehangen“? Oder doch „angehängt“? Klingt beides irgendwie richtig – ist es aber nicht.

Sprachlich korrekt ist nur „angehängt“. Das Verb anhängen gehört zu den sogenannten starken bzw. unregelmäßigen Verben, die ihr Partizip II nicht mit -t, sondern mit -en bilden. „Angehangen“ wirkt zwar vertraut, gilt aber als umgangssprachlich. Ähnliche Kandidaten sind zum Beispiel senden (gesendet/gesandt) oder wenden (gewendet/gewandt).

Die gute Nachricht: Man muss sich nicht jedes Mal an dieser Stelle festbeißen. Es gibt elegantere und klarere Möglichkeiten, auf Anhänge hinzuweisen:

„Im Anhang finden Sie die angeforderten Unterlagen.“
„Anbei sende ich Ihnen das Protokoll.“
„Die Präsentation habe ich dieser E-Mail beigefügt.“

Diese Formulierungen sind auch etwas flüssiger als die direkte Anhängen-Variante.

Und noch ein praktischer Tipp aus dem Alltag: Viele E-Mail-Programme erkennen Wörter wie „Anhang“ oder „anbei“ und geben einen Hinweis, wenn tatsächlich keine Datei angefügt ist. Eine kleine Funktion mit großer Wirkung – und ein zuverlässiger Schutz vor dem Klassiker: Ups, schon wieder den Anhang vergessen!

 


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Es lebe der Gedankenstrich – nur nicht zwei in einem Satz!

Weil KI-Modelle ihn so gern benutzen, gilt der Gedankenstrich neuerdings als Indikator für nicht selbst geschriebene Texte. Aber wollen wir deshalb auf ihn verzichten? Auf keinen Fall. Der Gedankenstrich kann, richtig verwendet, unsere Sätze durchaus bereichern. 

Von Stefan Brunn

Stimmt die Sache mit dem verräterischen KI-Gedankenstrich?
Ja, in von KI geschriebenen Texten kommt der Gedankenstrich viel häufiger vor als normalerweise, vor allem am Ende von Absätzen. Das ist auffällig. Aber wie bei vielen Texteigenschaften, bei denen uns die KI etwas vormacht, ist das nichts Schlechtes. Die KI gliedert unsere Texte auch grafisch oft besser als wir und macht weniger Rechtschreibfehler. Unsere Konsequenz daraus kann aber ja nicht sein, dass wir jetzt unsere Texte grafisch schlechter gliedern und absichtlich Rechtschreibfehler machen …

Wofür ist der Gedankenstrich überhaupt gut?
Unter den sieben Satzzeichen, die wir im Deutschen haben, ist der Gedankenstrich der auffälligste. Von daher sollten wir ihn nur sehr gezielt einsetzen. Zum Beispiel dann, wenn man in einem Satz eigentlich einen zweiten Doppelpunkt machen müsste, das aber nicht will. Beispiel: „Sie brachte alles mit, was nötig war: Erfahrung, Disziplin, Talent – und dennoch zweifelte sie an sich selbst.‟ An diesem Beispiel sieht man auch die größte Stärke des Gedankenstrichs. Am Ende eines Satzes ist die Zäsur so stark und sichtbar, wie kein anderes Satzzeichen es bewirken könnte. Das ist ein bisschen wie ein Tusch in der Musik: ein Signal, das Aufmerksamkeit erregt. Zugegeben: Man braucht das nicht in jedem Absatz. Aber in fast jeder Rede braucht man solche Signale.

Wann sollte man die Finger vom Gedankenstrich lassen?
Es ist ein Mittel, das behutsam verwendet werden sollte. Vor allem nicht zu oft in einem Text. Und man sollte den Gedankenstrich immer höchstens einmal pro Satz verwenden. Oft wird er leider für Parenthesen benutzt, also zweimal in einem Satz: vor und nach dem Einschub. Das ist so gut wie immer falsch. Zwei Tuschs in einem Satz sind einfach unschön. Man kann sich merken: Gelegentlich einen Gedankenstrich für starke Aussagen am Ende eines Satzes – das ist gut. Zwei Gedankenstriche in einem Satz jedoch – mit denen man sich selbst ins Wort fällt wie hier – davon sollte man die Finger lassen.

 

 


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5 Regeln für bessere Betreffzeilen

Der erste Eindruck einer E-Mail entsteht, bevor sie geöffnet wird: bei der Betreffzeile. Wenn sie schlecht geschrieben ist, wird die Mail womöglich falsch, langsam oder im schlimmsten Fall gar nicht bearbeitet. Wir erklären mit fünf Regeln, wie man es richtig macht.

1. Die Betreffzeile ist Bestandteil der Mail

Die Betreffzeile ist kein schmückendes Element, sondern erfüllt eine eigene kommunikative Funktion. Damit entlasten Sie die Empfänger*innen und geben Orientierung, noch bevor Ihre eigentliche Mail gelesen wird. Außerdem kann eine gute Betreffzeile den Posteingang strukturieren und entscheidet darüber, wie schnell und mit welcher Priorität eine Mail bearbeitet wird.

✔️ DO: Fortbildung Reden schreiben – Terminabsprache für 2026
❌ DON‘T: Fortbildung 2026

2. Konkret ist besser als allgemein

Allgemeine Begriffe erzeugen unnötige kognitive Arbeit. Je spezifischer der Betreff, desto schneller können Empfänger*innen einordnen, ob und wann sie handeln müssen. Benennen Sie den Gegenstand der Mail also möglichst konkret.

✔️ DO: Feedback zum Förderantrag, Kapitel 3–5
❌ DON‘T: Feedback

3. Das To-do gehört in den Betreff

Wenn mit der E-Mail eine Handlungsaufforderung einhergeht, sollte diese auch schon im Betreff auftauchen. Was soll die andere Person tun? Eine gute Betreffzeile benennt die erwartete Handlung – nicht nur das Thema.

✔️ DO: Freigabe des Leitfadens, Version 3
❌ DON‘T: Leitfaden

4. Betreff neu formulieren

Mehrfache Antwort- und Weiterleitungsketten verschleiern den eigentlichen Auftrag. Wenn Sie etwas weiterleiten oder in einem neuen Kontext antworten, ist es Ihre Aufgabe, auch den Betreff neu zu formulieren. So bleibt die Kernbotschaft immer sichtbar.

✔️ DO: Beschwerde Lieferverzug – Klärung bis Freitag
❌ DON‘T: AW: RE: WG: AW: Lieferverzug

5. Die wichtigsten Informationen stehen vorne

Viele Mailprogramme zeigen nur die ersten Wörter an. Platzieren Sie deshalb die entscheidende Information an den Anfang. Vermeiden Sie außerdem einen sperrigen Vorspann oder Nominalstil.

✔️ DO: Haushaltsplanung 2026: Zahlen prüfen, Tabelle 4
❌ DON‘T: Zur Information über die aktuelle Entwicklung der Haushaltsplanung …

 


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Elfen wollen helfen: unsere Weihnachtstipps

Weihnachten naht und wir vom Zeilenhacker haben uns mithilfe von KI in Elfen verwandelt, die Tipps ausliefern: Was lohnt sich, übers Fest zu hören, zu lesen oder anzugucken? Wir haben Empfehlungen für Sie …

 

Andrea
Mein Tipp:
Graphic Novel: Scrooge
Trailer

Christoph
Mein Tipp:
Klaus (Netflix)
Trailer

Cornelia
Mein Tipp:
Marias kleiner Esel
Lesung

Dirk
Mein Tipp:
The Holdovers
Trailer

Hannah
Mein Tipp:
Weihnachten bei Max und Mia
Kinderbuch-Rarität

Hans
Mein Tipp:
Feuerzangenbowle
Trailer

Jochen
Mein Tipp:
Loriot: Advent
Gedicht

Jutta
Mein Tipp:
Der kleine Lord
Trailer

Katrin
Mein Tipp:
Arenz: Unser verrücktes Weihnachtsfest
Buch

Mathias
Mein Tipp:
Johann Sebastian Bach: Nun komm der Heiden Heiland
Kantate

Olli
Mein Tipp:
JD McPherson: Socks
Lied

Sebastian
Mein Tipp:
Palm Springs
Trailer

Sonja
Mein Tipp:
Matt Haig: Ein Junge namens Weihnacht
Buch

Stefan
Mein Tipp:
Ist das Leben nicht schön?
Trailer

 


Welcher Browser übersetzt am smartesten?

Um fremdsprachige Texte im Web zu verstehen, muss man sie längst nicht mehr umständlich in einen Übersetzer kopieren: Mittlerweile erledigt das der Browser fast automatisch. Wir stellen die Übersetzungstools der verschiedenen Browser einmal gegenüber.

Von Hannah Molderings

Dass sich Texte mittlerweile live im Browser übersetzen lassen, hat viele Vorteile. Der offensichtliche: Man spart sich den Schritt, eine Passage herauszukopieren und woanders zum Übersetzen einzusetzen. Viel wertvoller ist aber folgender Punkt: Die fremdsprachige Webseite wird sprachlich übersetzt, behält aber gleichzeitig Layout, Zwischenüberschriften, Fettungen und alle anderen Hervorhebungen. Dieses Gesamtbild lässt uns eine Webseite annähernd originalgetreu konsumieren.

Aber wie gut sind die Browser-internen Übersetzungsmaschinen? Unterm Strich werden alle Texte sehr gut übersetzt. Hin und wieder passieren zwar kleine Pannen, wenn zum Beispiel das Hauptmenü einer Webseite mit „Speisekarte“ übersetzt wird. Insgesamt machen die Tools aber durchweg einen guten Job.

Und so lassen sich Webseiten in den verschiedenen Browsern übersetzen:

1. Firefox
Im Firefox funktioniert die Live-Übersetzung nur durch ein Add-On. In der Datenbank sucht man dafür nach dem Add-On namens „Webseiten übersetzen“. Sobald das installiert ist, kann man die Übersetzung über einen kleinen Knopf oben rechts ein- und ausschalten. Wahlweise kann man durch ein Häkchen auch die automatische Übersetzung aller Webseites dauerhaft aktivieren.

Das Add-On basiert übrigens auf dem Google-Übersetzer. Deshalb führt die Übersetzung zum gleichen Ergebnis wie beim nächsten Browser, dem Google Chrome.

2. Google Chrome
Beim Chrome ist die Übersetzung direkt mit an Bord: Man klickt mit rechts auf einen beliebigen Text und wählt dann die Option „Auf Deutsch übersetzen“. Und schon erscheint die ganze Seite auf Deutsch.

3. Microsoft Edge
Auch hier kommt man ohne eine Erweiterung aus: Der Edge bringt den Übersetzer direkt mit. Es gibt mehrere Optionen, die Übersetzung anzufordern. Entweder man nutzt einen Rechtsklick und den Befehl „In Deutsch übersetzen“. Oder man nutzt den kleinen Knopf oben hinter der URL-Zeile. Der Edge bietet einem zudem auch aktiv die Übersetzung an, sobald man auf eine fremdsprachige Seite surft.

Das Übersetzungsergebnis vom Edge unterscheidet sich hin und wieder in kleinen Details von den Übersetzungen von Firefox und Chrome. Das liegt daran, dass der Edge im Hintergrund den Microsoft Translator nutzt.

Und so sieht eine beispielhafte Übersetzung in den drei Browsern aus:

Storys schreiben nach Rezept

Wie weckt man Emotionen beim Publikum? PR- und Marketing-Experten schwören seit 20 Jahren aufs Storytelling. Jetzt gibt es sogar ein Kochbuch für gute Business-Storys …

Von Stefan Brunn

Eine Geschichte zu erzählen statt sachlich zu beschreiben oder sich selbst zu rühmen: Das ist der Ansatz des Storytelling. In PR und Marketing raten Experten seit inzwischen 20 Jahren dazu. Der Grund: Die Leute hören lieber Geschichten, sie merken sie sich besser und man kann ihre Gefühle damit besser bewegen. Kein Wunder, dass sogar Discounter-Ketten wie Aldi, Lidl oder Penny jedes Jahr zu Weihnachten für teures Geld rührselige Filmchen produzieren lassen. Kaum jemand würde sich ja bei YouTube freiwillig Filme angucken, in denen Qualitäts- oder Preisunterschiede bei Backmatten oder LED-Kerzen vorgerechnet werden.

Aber wie funktioniert dieses Storytelling und wie macht man es selbst? Das erklärt der Schweizer PR-Texter Matthias Nold in einem neuen Buch namens „Die Storyküche: Das Rezeptbuch für gute Business-Storys“. Der Ansatz des Buches ist zugleich pragmatisch wie kreativ: Nold strukturiert sein Buch vom Einkauf der Zutaten über die Zubereitung und das Abschmecken bis zum Dessert. Auch das Auftischen der Storys gehört dazu.

Im Zentrum des Buches steht die Entwicklung der Plots. Nold referiert hier 10 Masterplots, die sich für Unternehmen eignen:

• die Suche
• die Verfolgung
• die Rettung
• die Rache
• das Rätsel
• die Rivalität
• der Außenseiter
• die Reifung
• die verbotene Liebe
• die Entdeckung

Der Autor schildert, wie man diese Plots ausarbeitet, welche Entwicklungen Geschichten gut machen und wie man sie sprachlich gut in Szene setzt. Wer eine strukturierte Einführung ins Storytelling braucht, findet sie hier.

Leider kommen zwei Dinge in dem Buch etwas kurz. Zum einen das kritische Hinterfragen des Storytelling. In Teilen der Gesellschaft hat sich längst ein gewisser Überdruss am Storytelling eingestellt: Bitte wieder Tatsachen und keine Geschichtchen! Manche bringen das Storytelling sogar in Zusammenhang mit journalistischen Lügengeschichten wie denen des Spiegel-Autors Claas Relotius.

Und das andere, was etwas zu kurz kommt: gute und schlechte Beispiele des Storytelling. Nold schreibt in seinem Blog zum Buch selbst, dass ihm in der PR zu viel schön getan und schöngeredet wird. Da wäre es nur konsequent gewesen, auch beim Storytelling einen kritisch-konkreten Blick auf die Praxis zu werfen.

Nolds „Storyküche“ ist übrigens sehr leicht verständlich geschrieben und auf eine besondere Art strukturiert: Man erhält am Ende jedes Abschnittes mehrere Optionen, wie man weiter durchs Buch navigieren kann: Vertiefen? Springen? Ausprobieren? Das wäre beim Backen übrigens deutlich problematischer als in einem Buch! 

Matthias Nold: Die Storyküche: Das Rezeptbuch für gute Business-Storys. Zürich: Midas-Verlag, 2021. 224 Seiten; 22 Euro.

Zu viel Kursiv macht Kopfweh!

Wann ist es sinnvoll, Textpassagen kursiv zu setzen? Das erklären wir in aller Kürze und mehr oder weniger ohne Kursivsatz – denn zu viel davon tut echt weh …

Von Hannah Molderings

Am obigen Beispiel wird klar: Kursivsatz macht das Lesen schwer. Er ist kein Gestaltungsmittel für Mengensatz, sondern ein Hervorhebungsmittel für ganz kurze Textteile. Allerdings hebt Kursivsatz nur sanft hervor. Im Gegensatz zum Fettsatz fällt Kursivsatz deshalb erst auf, wenn man an der entsprechenden Stelle angelangt ist. Folglich eignet er sich nur in diesen drei Fällen:

1. Zitate
Gerade in wissenschaftlichen Artikeln oder auf Webseiten ist der Kursivsatz bei Zitaten häufig das Mittel der Wahl. Wenn diese Zitate länger ausfallen, sollte man sie zusätzlich noch einrücken.

2. Titel und Eigennamen
Erwähnt man in seinem Text häufig Eigennamen (zum Beispiel Spiegel oder Welt), dann bietet sich Kursivsatz an. Man kommt so um häufige Anführungszeichen herum und macht dennoch deutlich: Es handelt sich nicht um einen wirklichen Spiegel oder um unsere Welt. Ebenso verfährt man bei Titeln von Büchern oder anderen Werken oder allen Eigennamen, wenn man diese ungern reihenweise in Tüttelchen setzt.

3. Fremdsprachige Fachbegriffe
Hin und wieder kommt man um fremdsprachliche Fachbegriffe nicht herum. Zum Beispiel, weil die Übersetzung irreführend oder gar unverständlich wäre. Geht’s in Ihrem Text also um early adopter oder cash flow, eignet sich der Kursivsatz sehr gut. Will man diese Begriffe noch stärker hervorheben, wählt man besser Anführungszeichen.