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Vorrübergehend, aber nicht herrausfordernd

Stellen Sie sich vor, das innovative Werk eines international renommierten Schriftstellers würde aus dem Französischen ins Deutsche übersetzt und im Klappentext wäre ein Rechtschreibfehler: vorrübergehend mit Doppel-r. Kann ja mal passieren! Aber dass der Fehler in der dritten Auflage elf Jahre später immer noch dort steht?

Von Stefan Brunn

Cover des Buches Shenzhen von Guy DelisleDer Berliner Verlag Reprodukt macht wundervolle Bücher. Dazu gehören die Comic-Reportagen des Kanadiers Guy Delisle, den eine breite Öffentlichkeit eher durch seine Bestseller „Ratgeber für schlechte Väter“ kennt. Künstlerisch interessanter sind allerdings seine Reportagen, denn darin gelingt Delisle etwas Einzigartiges: Er stellt uns in Bildern sehr lustig und kurzweilig fremde Länder reportagehaft vor. Eine dieser Reportagen galt Nordkorea, eine China, eine Birma, eine Israel. Delisle gehört zu den ganz wenigen international bekannten Künstlern in der jungen Gattung der Comic-Reportagen.

In Frankreich ist Delisle, der aus dem französischsprachigen Teil Kanadas stammt und in Südfrankreich lebt, sehr viel bekannter als bei uns. In Deutschland kennt ihn die Kulturszene aber inzwischen auch, spätestens seit seine ironischen Erziehungsberater im Kassenbereich des Buchhandels liegen.

Seine aktuelle Prominenz hat aber offenbar nicht verhindern können, dass jemand beim Reprodukt-Verlag einen extrem lieblosen und fehlerhaften Klappentext geschrieben hat und dieser noch in der dritten Auflage nicht ausgemerzt wurde.

Rückumschlag des Buches Shenzhen von Guy Delisle
Dass hier eine Floskel an die andere gereiht wird – geschenkt. Dass hier einmal ein Adjektiv im falschen Fall steht („ausufernde Millionenstadt“) – geschenkt. Aber „vorrübergehend mit Doppel-r“ zu schreiben – das darf in der Grundschule passieren, aber nicht in der dritten Auflage eines literarischen Pioniers.

Der Fehler wird leider auch von Erwachsenen oft gemacht. Die Leute denken: Vorsilbe „vor“ plus Verb „rübergehen“ gleich „vorrübergehen“. Man sagt ja auch „hinnehmen“ und nicht „hinehmen“. Häufiger noch kommt dieser Fehler bei „Vorrausetzung“ vor.

Nach dieser etwas naiven Logik müsste es am Ende des Klappentextes dann aber auch „Herrausforderungen“ heißen.

E-Mail-Korrektur: 5 Dinge, die man nicht vergessen sollte

Namen falsch geschrieben oder Termin vertauscht? Das kann verheerende Wirkung haben, weshalb man die Fehler möglichst rasch korrigieren sollte. Leider begehen viele dabei gleich den nächsten Fehler oder sogar zwei …

1. Wichtigste Maßnahme: die ausgebesserten Dinge möglichst schnell nachliefern und dabei keine erneuten Fehler begehen.
Es ist sehr peinlich, wenn man der ersten Korrektur noch eine zweite nachschieben muss. Also am besten rasch reagieren, aber eben nicht, ohne noch einmal sorgfältig (am besten zu zweit) die korrigierte Information durchzusehen.

2. Um Entschuldigung bitten, aber keine großen Worte dafür verlieren.
Vielleicht haben Sie der Gegenseite unnötige Arbeit verursacht oder sogar Unannehmlichkeiten bereitet. Also drücken Sie ganz kurz und aufrichtig ihr Bedauern aus. Zwei Fehler werden dabei sehr oft gemacht: Erstens können Sie sich, formal gesehen, nicht selbst entschuldigen. Sondern Sie müssen darum bitten, dass man Ihnen Ihren Fehler verzeiht. Zweitens sollten Sie Ihren Fehler, wenn überhaupt, nur ganz kurz erklären. Eine ausufernde oder unglaubwürdige Erläuterung macht die Sache nur noch schlimmer.

3. Erläutern Sie kurz, was genau falsch war.
Angenommen, jemand hat bereits mit Ihren Informationen gearbeitet: Er wird sich natürlich fragen, ob er jetzt ganz von vorn anfangen muss, der Fehler könnte ja überall stecken. Deshalb teilen Sie in Ihrer Mail mit, dass Sie zum Beispiel den ersten Absatz Ihres Textes geändert haben, weil dort noch ein Name falsch geschrieben war oder ähnliches. Falls Sie mehrere oder viele Dinge korrigieren mussten, teilen Sie auch das mit – es hilft ja nichts. Besser mehr Arbeit bei Ihren Partnern als später die Wut über übersehene Fehler!

4. Liefern Sie alle in der betreffenden E-Mail gelieferten Anhänge erneut mit.
Sehr wichtig: Liefern Sie nicht nur eines von mehreren Dokumenten neu aus, sondern unbedingt alle, die gleichzeitig damit verbreitet wurden. Andernfalls riskieren Sie ein Durcheinander bei Ihren Partnern: Wenn die nämlich später trotzdem auf die erste Mail mit dem fehlerhaften Dokument zurückgreifen, ist ihr Fauxpas doch wieder im Geschäft. Deshalb bedarf es auch unbedingt Punkt 5:

5. Bitten Sie um Vernichtung der gesamten fehlerhaften E-Mail.
Stellen Sie sich vor, mehrere Leute greifen auf ein Postfach zu oder jemand ist ein bisschen vergesslich: So lange Ihr Fehler irgendwo liegt, kann er Unheil anrichten. Nur dann, wenn die ganze E-Mail vernichtet worden ist, haben Sie diese Gefahr eliminiert. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass Sie den kompletten Inhalt schon neu ausgeliefert haben (Punkt 4).

Wir haben natürlich selbst schon etliche E-Mails mit Fehlern verbreitet.
Daher wissen wir: Nur wenn wir an diese 5 Dinge denken, können wir nach Korrekturen ruhig schlafen … 

Das schmeckt ja wie Sockensaft!

Jede Sprache hat eigene Redewendungen, darunter sind oft wundervolle Bilder. Wir haben einmal die 25 lustigsten Sprüche herausgesucht.

1. Das schmeckt ja wie Sockensaft!
Damit drückt man in Frankreich bei Getränken aus, dass es widerlich schmeckt. „C’est du jus de chaussette“, heißt es im Original. Bei uns gibt’s sowas ähnliches, nämlich „Das schmeckt wie Waschwasser“.

2. Man muss sich um seine Zähne kümmern, so lange sie noch im Mund sind!
Danach ist’s tatsächlich ein bisschen spät! Aus Kenia.

3. Ich kann kein Blut aus einem Stein quetschen!
In Deutschland würde man für diesen englischen Spruch sagen: Das kann ich mir nicht aus den Rippen schneiden!

4. Je älter der Ingwer, desto schärfer.
Wir überlassen die Interpretation dieser chinesischen Weisheit Ihrer Phantasie …

5. Er hat kein Moos mehr auf dem Kiesel …
Lustiger französischer Spruch für Glatzköpfe.

6. Die lügt wie ein BH!
Man sagt aber in Frankreich durchaus auch: „Er lügt wie ein BH!“ Bei uns heißt’s deutlich blasser: lügen wie gedruckt.

7. Gäste und Reiher sind am schönsten, wenn sie sich erheben!
Aus Japan. Bekanntlich heißt es ja bei uns: „Besuch ist wie Fisch: Am dritten Tag stinkt er!“

8. Das mache ich, wenn die Hühner Zähne kriegen!
Aus Frankreich: Es kann also noch ein Weilchen dauern …

9. Er ist kühl wie eine Gurke.
Englisch für: Er hat die Ruhe weg.

10. Der Kerl ist braun wie ein Aspirin!
Französisch für Blässe.

11. Wer ein Ei in der Tasche hat, tanzt nicht.
Aus Gabun. Nee, lieber nicht.

12. Er hat nur Daumen an der Hand.
Geschicklichkeit ist also dieses Engländers Stärke nicht.

13. Sie hat einen Finger in der Pastete.
Will sagen: ihre Finger im Spiel (England).

14. Die Küste ist klar.
Englisch für: Die Luft ist rein.

15. Ihre Zunge hängt gut im Mund.
Bei uns würde man sagen: Sie ist nicht auf den Mund gefallen. Aus Frankreich.

16. Da steckt ein Aal unter dem Felsen!
Französischer Ausdruck für jemanden, der etwas im Schilde führt.

17. Butter würde in ihrem Mund nicht schmelzen …
Diese Engländerin kann kein Wässerchen trüben.

18. Der ist dumm wie ein Koffer ohne Griff!
Tja, und so ein Koffer ist auch in Frankreich nicht viel wert.

19. Da kannst Du reden, bis Du blau im Gesicht bist!
Beziehungsweise den Mund fusselig. England.

20. Da kommt mir der Senf in der Nase hoch!
Der Franzose denkt immer ans Essen, während dem Deutschen eher der Kragen platzt.

21. Es regnet wie eine Kuh, die pisst.
Plastische gallische Variante unserer Bindfäden …

22. Frauen sind wie Merino-Schafe: Man beurteilt sie nach ihrem Hinterteil.
Aus Südafrika. Die Frage ist allerdings: Wer ist „man“?

23. Er hat einen Finger in der Pastete.
Aus England. Bei uns hat man eher die Finger im Spiel.

24. Er war da, bevor man Jack Robinson sagen konnte.
In Nullkommanix offenbar.

25. Drück auf den Champignon!
Gib mal Gas, will man als Franzose damit sagen.

Quellen:
Axel Krohn: Trockene Hosen fangen keine Fische. Hamburg: Rowohlt, 2020.
Hans-Georg Heuber: Talk one‘s head off. Hamburg: Rowohlt, 2005.
Marie-Thérèse Pignolo & Hans-Georg Heuber: Ne mâche pas tes mots. Hamburg: Rowohlt, 2005.

Die Panndemie raddikal elliminieren!

Fremdwörter werden im Deutschen selten auf der ersten Silbe betont. In Statements ignorieren Politikerinnen und Politiker das aber oft – was ziemlich doof klingt …

Auch unser Gesundheitsminister Jens Spahn sagt „Panndemie“ mit der Betonung auf der ersten Silbe. Das ist natürlich nicht schlimm, aber die Betonung muss bei Pandemie eben auf der dritten Silbe liegen. Aber hören Sie in selbst, es dauert nur 7 Sekunden:

 

Es heißt …

Analyse, nicht Annalyse!
Automatisieren, nicht automatisieren!
Debatte, nicht Dehbatte!
Differenziert, nicht differenziert!
Digital, nicht digital!
Finanzen, nicht Finnanzen!
Fragmentierung, nicht Frackmentierung!
Kommunal, nicht Kommunal!
Materiell, nicht matteriell!
Militärisch, nicht millitärisch
Ökonomie, nicht Öckonomie!
Personell, nicht peersonell

Man könnte ein ganzes Buch draus machen – wenn es das nicht schon gäbe. Diese richtigen Betonungen stehen nämlich alle so im Fremdwörter-Duden. Meist werden die Wörter so betont wie dort, wo sie herkommen. Deswegen sagt man auch Hotel und nicht Hotel.

In den Nachrichten können wir aber allabendlich beobachten, wie Politiker Fremdwörter trotzdem auf der ersten Silbe betonen. Dann heißt es eben doch „Panndemie“, „raddikal“ oder „elliminieren“. Vermutlich liegt’s daran, dass sie sich dran gewöhnt haben, ihre Aussagen durch eine starke Anfangsbetonung rhythmisch-dynamischer wirken zu lassen. Das wirkt allerdings bei Fremdwörtern doof, bei Erbwörtern sogar besonders doof: „bisslang“ und „bissher“ haben halt überhaupt nichts mit Bissen zu tun!

Storytelling und Storydoing: Was ist das und was bringt das?

Haben Sie Lust auf angenehmes Lernen? Dann gucken Sie sich doch mal die fünf kurzen Werbespots an, die wir für Sie eingebettet haben: Sie zeigen sehr schön, was Storytelling und Storydoing leisten können.

Die folgenden Filme zeigen wir regelmäßig auch in unseren Storytelling-Webinaren. Während die ersten drei Spots jeweils nur Geschichten erzählen, wird in den beiden letzten Filmen auch etwas getan, um nachher davon erzählen zu können – genau das ist der Unterschied zum Storydoing.

Unsere Webinare bieten wir derzeit nur auf Anfrage für Gruppen an. Weitere Details zu diesen Webinaren finden Sie unter www.imkis.de/webinare/storytelling.

Der Beef erzeugt reichlich Buzz

Hä? In den sozialen Medien entstehen ständig solche neuen Begriffe, über die man trefflich ranten könnte. Aber sprechen Sie überhaupt Social-Slang? Testen Sie es mit 20 Vokabeln in unserem Quiz! In 5 Minuten lernen Sie zum Beispiel, was Creeps sind und was Triage bedeutet …

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Memes bestehen aus viel Bild mit wenig Text. Oder umgekehrt …

Die Dinger sind meist quadratisch, lustig, bunt: Memes oder Bildkacheln verbreiten sich im Netz sehr gut, wenn sie die Gemüter irgendwie bewegen. Regeln gibt’s zwar nicht viele, aber eine ist essentiell: Lange Texte sind hier fehl am Platz. Wir zeigen mal Gegenbeispiele des Hamburger Oberbürgermeisters!

Überspringen Sie gern den ersten Absatz, wenn Sie schon genau wissen, was „Memes“ oder „Bildkacheln“ oder „Social Cards“ sind! Wir sprechen hier von diesen modischen Medienformaten, bei denen auf einen Hintergrund oder ein Bild Texte geschrieben werden, die dann von anderen in Social Media weitergegeben werden. Fast jeder kennt sie inzwischen von Facebook, Instagram, Twitter und Whatsapp, nur hat sich noch kein einheitlicher Name dafür durchgesetzt. So sieht’s aus, am Beispiel des Autovermieters Sixt:

 

Also: viel Bild, wenig Text.

Er nimmt’s uns hoffentlich nicht krumm, aber der Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher ist uns aufgefallen als jemand, der sich ungern kurzfasst in seinen Bildkacheln, zum Beispiel hier:

Oder hier:

Oder hier:

So, jetzt ist‘s aber auch gut. Es ist ja auch eine simple Moral von der Gschicht: Überfrachte Deine Kacheln nicht!

Alle verdammen das Unterstreichen. Das ist ungerecht!

In der modernen Typografie gilt das Unterstreichen als Sünde. Killerargument ist die Verwechslungsgefahr mit Links. Es gibt aber Fälle, da ist die Unterstreichung durchaus eine Option. Wir zeigen Ihnen das an einem Beispiel.

Die Argumente, die gegen das Unterstreichen ins Feld geführt werden, sind im Wesentlichen folgende:

• Man braucht es nicht! Mit Schriftgrößen, Farben, Fettsatz und Kursivsatz gibt es bessere Hervorhebungen.
• Auf Internetseiten sind Unterstreichungen den Links vorbehalten.
• Die Kringel, die Korrekturprogramme bei Fehlern machen, kollidieren optisch mit Unterstreichungen.
• Unterstreichungen sind hässlich, wenn sie bei Unterlängen durchgezogen werden.

An all diesen Argumenten ist was dran. Aber: In manchen Fällen sind Unterstreichungen trotzdem eine Option, zum Beispiel hier:

Es gibt zwei Arten von Dreisatz, den proportionalen Dreisatz und den antiproportionalen Dreisatz.

Beim proportionalen Dreisatz wachsen oder schrumpfen die Werte immer im gleichen Verhältnis.

Beim antiproportionalen Dreisatz hingegen wachsen die gegebenen Größen eben nicht im gleichen Verhältnis.

Wenn man also andere Hervorhebungen wie den Fettsatz schon für einen Zweck verbraucht hat, dann kann eine Unterstreichung schon mal sinnvoll sein. Das „nicht im gleichen Verhältnis“ in unserem Beispiel wird niemand für einen Link halten. Allerdings bestätigt eine solche Ausnahme die Regel: Unterstreichungen sind meist die schlechtere Option gegenüber den oben genannten Möglichkeiten.

Dɔnəld Dʌk oder Doːnald Dʊk? Eine sehr ernste Frage!

Viele Donald-Duck-Fans kann man auf die Palme treiben, indem man den Namen englisch ausspricht: Dɔnəld Dʌk. Seit vielen Jahren wehren sich die Fans in ihren Foren mit allerlei Argumenten gegen die englische Aussprache. Wir listen die wichtigsten Argumente der Kriegsparteien kurz auf und plädieren auf Waffenpause.

Von Stefan Brunn und Sonja Lamers

Donald Ducks Erfinder waren Amerikaner. Damit scheint die Aussprache eigentlich geklärt, nämlich: Dɔnəld Dʌk. So wie eben „Ente“ auf Englisch ausgesprochen wird. Doch was passiert mit dem Namen, wenn der Comic-Held plötzlich nicht mehr auf Englisch schnattert, sondern Deutsch spricht?

Dr. Erika Fuchs hat Donald Duck die deutsche Sprache gegeben. Sie ist sozusagen seine Übersetzer-Mutter. Und sie hat ihn nicht nur Deutsch sprechen lassen, sondern auch seinen Namen eingedeutscht, nämlich: Doːnald Dʊk.

Die Aussprache des Namens hängt also eigentlich bloß davon ab, ob man Donald von der väterlichen Seite aus betrachtet oder von der mütterlichen. In Comic-Foren entzündet sich an dieser Frage trotzdem immer wieder Streit. Solche Foren gibt’s im Netz etliche, zum Beispiel das offizielle Donaldisten-Forum, das Forum Fieselschweif oder den Donald-Club. Wer jetzt glaubt, hier seien nur Kindsköpfe unterwegs, der irrt: Zwar werden die Diskussionen im Ton scharf und zum Teil auch bitterernst geführt, aber von Leuten, die meist intellektuell weit oberhalb des Bildungsdurchschnitts stehen.

Wir haben uns die Grabenkämpfe als neutrale Beobachter angesehen und Argumente eingesammelt, hier sind die wichtigsten:

Pro Dɔnəld Dʌk, also englische Aussprache:
• „Duck“ [Dʌk] ist das englische Wort für Ente, im Deutschen gibt’s „Duck“ nicht.
• Ausländische Namen sollte man generell nicht eindeutschen. „Lucki Luke“ oder „Doːnald Trʊmp“ wären Beispiel dafür, dass eine allzu eingedeutschte Aussprache lächerlich wirkte.
• Die bequemere Aussprache gegenüber „Duck“ ist „Dack“.
• Offenbar spricht man den Namen in den Verlagshäusern und auch in den TV-Cartoons englisch aus: Zum Beispiel hieß es in „Micky Maus“ früher: „Jeden Donnersduck neu“ – was sich nur reimt, wenn man „Donners-Dʌk“ voraussetzt.

Pro Doːnald Dʊk, also deutsche Aussprache:
• Dagobert Duck selbst habe einmal einem Briefträger erklärt, wie man seinen Namen ausspricht: „Duck, wie man es schreibt.“
• In Interviews habe Erika Fuchs, vielbewunderte Übersetzerin und deutsche Namensgeberin vieler Entenhausener Bürger, selbst die rein deutsche Aussprache bevorzugt.
• Die anderen Eigennamen in Entenhausen seien ganz offensichtlich auch deutsche, zum Beispiel Gustav, Düsentrieb, Gitta, Klaas, Henriette Huhn etc.
• Der Verlag sei offenbar wenigstens früher davon ausgegangen, dass die Leser es deutsch aussprechen (sollen), man reimte dafür Werbesprüche wie „Ruck, zuck – kauf bei Duck!“ oder „Anzüge von Duck, für jeden ein Schmuck!“

Welche Aussprache empfiehlt Ihnen unterm Strich nun also Ihr Zeilen|hacker? Wir plädieren für Inkonsequenz: Vorname deutsch, Nachname englisch, also

Doːnald Dʌk

Diese Form spricht sich am natürlichsten, wirkt nicht lächerlich und trägt Argumenten beider Parteien Rechnung!

Der Deppenbindestrich, das unbekannte Wesen …

Das Deppenleerzeichen („Totes Meer Salz“) kennt man, den Deppenapostroph („aktuelle Info’s“) sieht man jeden Tag – aber den Deppenbindestrich findet man in freier Wildbahn nur selten. Wir haben in dem kleinen Örtchen Rheurdt im westlichsten Winkel Deutschlands mal wieder einen entdeckt!

„Döner-Pizza-Salate“. So unscheinbar dieses Rezept daherkommt, so ungewöhnlich ist es, auf einer Leuchtreklame eines Restaurants nur ein einziges Rezept zu bewerben.

Aber Scherz beiseite: Natürlich sind hier nicht Salate gemeint, die aus Döner- und Pizzateilen bestehen. Allein die Vorstellung vergällt einem ja schon die nächste Mahlzeit. Der Besitzer wollte ja wohl eher ausdrücken, was es alles bei ihm gibt, nämlich: Döner, Pizza, Salate und womöglich vieles mehr. Kommata wären bei einer Aufzählung also der richtige Griff gewesen.

Aber hätten die Kommata auf der Leuchtreklame gut ausgesehen? Eher nicht! Vermutlich also aus ästhetischen Gründen hat sich der Inhaber dagegen entschieden. Nebenbemerkung: Der Rest des Schildes und des Ladens deuteten allerdings nicht darauf hin, dass hier sonst allzu große ästhetische Maßstäbe angesetzt werden.

Übrigens wäre es auch möglich gewesen, statt des Bindestrichs einen Gedankenstrich zu setzen, umgeben jeweils von einem Leerzeichen: Döner – Pizza – Salate. Das wäre auch ästhetisch ein denkbarer Kompromiss gewesen.

Am Ende sind es also nur die Strichlänge und ein paar Leerzeichen, die den Unterschied ausmachen … der Begriff „Depp“ ist hier also schon ziemlich hart, zugegeben!