Schlagwort: Narrativ

Böses Foul mit fieser Metapher

MurxLothar Matthäus bezeichnete jüngst im Fernsehen mehrere Spieler von Schalke 04 als „enteiert“. Viele Medien übernahmen die Metapher in ihre Berichte. Auch im Kulturteil von „Spiegel“ und „Zeit“ wurde sie schon gebraucht – und eine Ministerin verband den bildlichen Vergleich sogar mit einem sozialen Appell.

Fußballexperte Matthäus hat die Metapher weder erfunden noch hat er sie exklusiv – im Fußball ist sie weit verbreitet. Auch Spieler und Trainer nutzen sie in Interviews regelmäßig. Nur selten setzt sich mal jemand dagegen zur Wehr wie einst Wolfsburgs Ex-Trainer Thomas Doll. „Man neigt ja dazu zu sagen, dass der Trainer enteiert wird. Das sollte man einfach mal lassen“, kritisierte er schon vor Jahren.

Allerdings war dann das Gegenteil der Fall: Die Metapher breitete sich in den letzten zehn Jahren immer weiter aus. Im Spiegel-Kulturteil stand einmal folgender Satz:

Ihr Mann wird inzwischen als „Hausfrau“ enteiert, gefällt sich aber immer besser als Softie, der mit den Waffen des Weibischen am Pool schnatternden Gänsen den Schmuck seiner Frau andreht.

Im ZEIT-Magazin schrieb eine Kulturreporterin:

Bei allen hitzigen Diskussionen, wer was und wie viel im Dirndlkörbchen auszustellen hat, wird ja gerne übersehen, dass die Kleiderordnung der globalen Korporationen den Mann – nun ja, enteiert hat.

Und die ehemalige bayerische Staatsministerin Christine Haderthauer setzte sich in der Rheinischen Post mit der Metapher dafür ein, nicht alles zu verteufeln, was Männlichkeit ausmache:

„Enteiert mir die Jungs nicht!“

Natürlich ist „enteiern“ ein Anschluss an die Metapher „Keine Eier in der Hose haben“, die umgekehrt auch als „Eier haben“ existiert. Beide werden sicherlich von vielen als obszön (oder wenigstens als unfein) betrachtet. Insofern ist die Verwendung nicht klug: Metaphern sind nicht nur irgendein rhetorisches Mittel. Sondern sie prägen auch unser Denken. Das ist menschlich hässlich gegenüber den Bezeichneten (zum Beispiel bestimmten Trainern oder Spielern). Trainer (oder auch Politiker), denen ihr Chef reinredet, oder Spieler, die verliehen werden, sind nicht schlechter als zuvor – nur geschwächt in ihrer Position. Gerade deshalb verbietet sich dann diese Metapher.

Außerdem färbt das Image der Metapher immer auch auf den ab, der sie verwendet. Der Nobelpreisträger Paul Krugman hat sich einmal gegen schlechte Metaphern ausgesprochen, weil sie schlechtes Denken und schlechtes Handeln erzeugen können. „Enteiern“ gehört garantiert dazu, denn es erzeugt eine menschenverachtende Sichtweise.

Stefan Brunn

Zwei tote Zimmer auf einen Streich

MurxEs ist immer wieder peinlich, wenn man jemanden beerdigt, der noch lebt. In der Pressegeschichte ist das aber schon unzählige Male passiert. Der FOCUS hat jetzt das Kunststück fertiggebracht, gleich zwei Männer auf einmal zu verabschieden.

Vor fast 20 Jahren berichtete der Focus einmal unter der Headline „Totgesagte leben länger“ über verfrühte Nachrufe. Viele dieser peinlichen Fälle listete man damals auf: Konrad Adenauer, Ingrid Bergman, Queen Elizabeth, Heinrich Heine, Papst Johannes XXIII., Paul McCartney. Und natürlich zitiert der Focus amüsiert, wie manche der Totgeschriebenen ihre eigenen Nachrufe kommentierten: „Ich inhalierte sie wie Schmuggelware. Die meisten von ihnen hätte ich selber nicht halb so gut schreiben können“, soll Ernest Hemingway gesagt haben. Und Mark Twain notierte feinsinnig: „Die Gerüchte über meinen Tod sind stark übertrieben.“ Als er allerdings darum bat, man möge den Fehler rasch widerrufen, habe der Zeitungsmann das abgelehnt: „Was gedruckt ist, ist gedruckt. Wir nehmen nie etwas zurück. Alles, was wir tun können, ist, eine neue Geburtsanzeige von Ihnen einzusetzen. Preis: 1 Dollar.“

Sehr schöne Geschichten hatte Focus-Redakteur Axel Wolfsgruber damals für das Feature gesammelt. Heute könnte er eine Anekdote hinzufügen: Sein eigenes Blatt nämlich hat es gerade (in Ausgabe 28) geschafft, gleich zwei Männer auf einmal zu verabschieden: den einen im Bild, den anderen im Text.

Wirklich gestorben ist Dieter E. Zimmer, ein echter Kenner der deutschen Sprache und der Literatur, dessen Bücher wir jedem Zeilenhacker-Leser nur wärmstens empfehlen können – besonders „So kommt der Mensch zur Sprache: Über Spracherwerb, Sprachentstehung, Sprache & Denken.“ Dieter E. Zimmer war im Hauptberuf jahrzehntelang Kulturredakteur der ZEIT. Dieter Eduard Zimmer starb am 19. Juni mit 85 Jahren in Berlin.

Dieter Zimmer allerdings, dessen Foto der Focus beim Nachruf versehentlich dazustellte, lebt noch. Dieter Zimmer ist ebenfalls Journalist, allerdings eher bekannt durchs Fernsehen, durch Reportagen und auch als Moderator des ZDF zwischen 1972 und 2002. Nach seinem Weggang vom ZDF schrieb Zimmer ebenfalls noch zahlreiche Bücher – die Verwechslung der Redaktion ist also peinlich, aber auch ein bisschen erklärlich.

Stefan Brunn

Komma hinterm Zitat? Das ist hier die Frage!

Aluhut„Sei kein Frosch!“ sagte die Ente zur Scholle auf dem Fünf-Meter-Brett. Tja, kommt da jetzt ein Komma hinters Zitat? Und wenn, wohin genau? Wir erklären die Regeln ganz einfach anhand von Beispielen.

Von Stefan Brunn

Drei Fälle gibt’s, die wir unterscheiden müssen:

a. Der Begleitsatz geht voran, dann folgt das Zitat bzw. die wörtliche Rede:

Die Ente sagte: „Sei kein Frosch!“

Hier steht das Satzschlusszeichen innerhalb der Anführungszeichen. Dabei ist es egal, ob es ein Punkt, Fragezeichen oder Ausrufezeichen ist. Ein Komma braucht’s hier gar nicht.

b. Anders ist’s, wenn das Zitat unterbrochen oder der Begleitsatz nachgeschoben wird, dann bedarf es eines oder mehrerer Kommata. Also:

„Sei kein Frosch!“, sagte die Ente.

Hier trennt man den Begleitsatz vorne und ggf. auch hinten mit einem Komma ab.

„Sei kein Frosch“, sagte die Ente, „daran wirst Du nicht sterben!“

Wichtiger Zusatz: Innerhalb der wörtlichen Rede steht kein Punkt, wenn der Begleitsatz nachgeschoben oder der Begleitsatz unterbrochen wird. Aber: Die anderen Satzschlusszeichen (Fragezeichen und Ausrufezeichen) stehen trotzdem! Also:

      „Sei kein Frosch!“, sagte die Ente.

Oder:

     „Mann oder Maus?“, fragte die Ente.

c. Am heikelsten ist der dritte Fall, der allerdings viel seltener auftritt. Und zwar geht es um integrierte Zitate, die eben keine Nebensätze sind, sondern Bestandteil des Hauptsatzes:

Dein dummes „Sei kein Frosch!“ kannst Du Dir sparen!

Hier folgt auf das Zitat zwar wie in a) der Hauptsatz, dieser wird aber nicht mit einem Komma abgetrennt. Das ist ganz schön nah dran an einer anderen Formulierung, bei der man das Komma setzen muss, nämlich:

Die Ente sagte „Sei kein Frosch!“, und die Antwort der Scholle war: „Da bin ich aber platt!“


Um letztlich auch noch die Frage vom Anfang zu klären: Ja, hier hätte ein Komma stehen müssen:

     „Sei kein Frosch!“, sagte die Ente zur Scholle auf dem Fünf-Meter-Brett.

Der Grund: Es handelt sich nicht um eine integrierte wörtliche Rede. Anders bzw. auch ohne Komma richtig sähe es nur so aus:

    Die Ente sagte „Sei kein Frosch!“ zur Scholle.

Wie der Duden die Wörter aufbläst …

AluhutDie 28. Auflage des Duden wirbt mit 3.000 neuen Wörtern. Diese erstaunlich hohe Zahl übernahmen am Erscheinungstag die meisten Medien aus der Pressemitteilung in ihre Berichte. Dabei beruht die Zahl auf einem Taschenspieler-Trick.

Von Stefan Brunn

„Der neue Duden – 3.000 Wörter stärker“ oder „Der neue Duden – dick wie noch nie“ oder „Der neue Duden ist schwer von Begriffen“ oder „1296 Seiten, die zeigen: Sprache lebt“: In den Nachrichten kommt die 28. Auflage des Duden rüber, als hätte sich enorm viel getan in den letzten drei Jahren. Auf dem Cover und in der Werbung spielen die 3.000 neuen Begriffe die Hauptrolle, genau wie in den Meldungen der meisten Medien. Sie gehen aber einem uralten Trick auf den Leim.

Schon vor 30 Jahren warb der Duden so:

„Der neue Duden ist da! Mehr als 3.000 Wörter neu. Rund 110.000 Stichwörter.“

Heute sind es 148.000 Stichwörter (zum Vergleich: Konrad Dudens Ur-Duden enthielt nur 27.000 Einträge). Der Verdacht liegt nahe, dass diese Steigerung weniger an unserem immens wachsenden Wortschatz liegt als vielmehr an einer bestimmten Strategie des Duden-Verlags: nämlich immer mehr Komposita hinzuzufügen. Katzenvideo, Schummelsoftware, Intensivbett, Geisterspiel – alles neue Wörter im Duden. Dabei handelt es sich im Grunde nur um Zusammensetzungen alter Wörter.

„Wie sonst sollte man denn Intensivbett oder Geisterspiel anders schreiben?“, zitiert die Deutsche Presse-Agentur den Bonner Germanistik-Professor Kristian Berg. Er argwöhnt wie viele seiner Kollegen, dass der ursprüngliche Zweck (nämlich die Rechtschreibung zu klären) dem Verkaufsargument geopfert wurde.

Dass man neue Wörter durch Komposition alter Wörter endlos weitererzeugen kann, ist unter Germanisten ein alter Hut, und zwar nicht nur bei Substantiven – man denke zum Beispiel an unterschiedliche Vorsilben bei Verben. Schon zur Wendezeit, als der Leipziger Duden weitaus weniger Wörter produzierte als der Mannheimer, ereiferten sich die Professoren Helmut Glück und Wolfgang Werner Sauer in ihrem Buch „Gegenwartsdeutsch“ über diese Strategie: „Irgendwelche Komposita beliebig zum Füllen der Wörterverzeichnisse aneinanderzureihen“ kam ihnen schräg vor. Diese Art, ein Wörterbuch zu füllen, bringe dem Benutzer wenig, dem Verleger viel, kritisierten Glück und Sauer: Der Verlag könne nämlich „jederzeit die Notwendigkeit einer Neuauflage mit Mengenangaben begründen.“

Außerdem bemängelten sie, dass der Duden auf diese Weise eine einheitliche Linie verspiele: „Warum steht der Jagdhund im Duden, nicht aber der Jagdfalke, warum die Jagdgenossenschaft, nicht die Jagdgesellschaft? Warum fehlen rechtliche Begriffe wie Jagderlaubnis, Jagdverbot, Jagdgesetz, Jagdrecht, Jagdschutz, wo doch Jagdschein und Jagdzeit vermerkt sind, warum ist Jagdzeit ein bedeutsameres Wort als Jagdzeitschrift?“

Duden-Redaktionsleiterin Kathrin Kunzel-Razum erklärt die Auswahl so: „Wir haben bewusst Wörter ausgewählt, von denen wir überzeugt sind, dass sie länger Bestand haben werden.“ Rein statistisch scheint das zu klappen: Die Redaktion hat für die 28. Auflage zehnmal weniger Wörter ausgemustert als neu aufgenommen, nämlich 300. Gestrichen wurde übrigens der „Jägersmann“. Der „Jägermeister“ und die „Jägermeisterin“ dagegen haben überlebt.

Den Aluhut hat immer der andere auf!

Aluhut„Aluhut“ ist die beliebteste neue Beleidigung. Die Verwendungskurve des Wortes in der ersten Jahreshälfte sieht aus wie ein Stalagmit. Dabei ist der Begriff alles andere als fair oder weitblickend.

Von Stefan Brunn

Aluhut-Träger oder kurz „Aluhüte“ sind angeblich Leute, die an Verschwörungstheorien glauben. Den Begriff hat wohl eine Kurzgeschichte von 1927 hervorgebracht, in der jemand glaubt, eine Kappe aus Metallfolie könne telepathische Einflüsse auf das Gehirn blockieren.

Inzwischen wird der Begriff massenweise gebraucht, um die Ideen anderer als verschwörungstheoretisch zu diskreditieren. Sie wissen schon: Bill Gates hat Corona erschaffen, um die Welt zu regieren. Angela Merkel ist Hitlers Tochter. Bayern München hat die Schiedsrichter gekauft. Die Polizei hat die Vergewaltigungsvorwürfe gegen Julian Assange nur erfunden. Volkswagen hat Abgaswerte manipuliert. Der Spiegel hat seine geilsten Reportagen komplett erfunden …

Aluhut-Träger sind genau so lange Aluhut-Träger, bis sich ihre Annahmen über die Wirklichkeit als wahrscheinlicher herausstellen als andere. Galileo Galilei war auch ein Aluhut, als er mit der komischen Idee um die Ecke bog, die Erde drehe sich um die Sonne! Bis vor einem Jahr wären alle in Deutschland, die mit Mundschutz in einen Supermarkt gegangen wären, als Aluhüte angesehen worden. Der Reporter, der seinem Kollegen Claas Relotius seine Storys madig machte, galt erst mal als neidisches Kollegenschwein. Forscher, die heute schon/noch vor hormonähnlichen Substanzen im Wasser warnen: Aluhüte! Eltern, die den übermäßigen Konsum von Computerspielen für schädlich halten: Aluhüte! Polizisten, die raten, jedes Fenster einbruchsicher zu machen: Aluhüte!

Kurzum: Es ist nicht sehr weitblickend und fair, den Begriff so auszudehnen, wie es derzeit gemacht wird. Auch deshalb nicht, weil es Ängste nicht ernst nimmt, sondern sich über sie lustig macht. Die einen stecken Aluhüte und Hakenkreuze in eine Schublade, weil sie die AfD fürchten. Die anderen machen sich über Leute lustig, die Angst vor Mobilfunkstrahlung haben. Viel besser wäre es, jeweils einzelne Punkte sauber auszudiskutieren. Aber natürlich ist das auch weniger lustig und viel anstrengender, als einfach „Aluhut“ zu rufen.

Eine Zeitlang war es auch sehr angesagt, alle peniblen Mülltrenner als „Gutmenschen“ zu diskreditieren. Aber was war noch mal schlecht daran, Gutes zu tun?

Immerhin: Eine gute Sache an der Corona-Zeit ist, dass mehr hinterfragt wird, mehr gezweifelt. Das muss in jede Richtung erlaubt sein, genau das ist die positive Kraft der Meinungsfreiheit. Ein kluger Kopf hat einmal gesagt: „Der Zweifel ist der Schmuck des Intellektuellen.“ Diesen Schmuck darf übrigens jeder tragen.

Aluhut-Stalagmit bei Google-Suchanfragen

Vorrübergehend, aber nicht herrausfordernd

Stellen Sie sich vor, das innovative Werk eines international renommierten Schriftstellers würde aus dem Französischen ins Deutsche übersetzt und im Klappentext wäre ein Rechtschreibfehler: vorrübergehend mit Doppel-r. Kann ja mal passieren! Aber dass der Fehler in der dritten Auflage elf Jahre später immer noch dort steht?

Von Stefan Brunn

Cover des Buches Shenzhen von Guy DelisleDer Berliner Verlag Reprodukt macht wundervolle Bücher. Dazu gehören die Comic-Reportagen des Kanadiers Guy Delisle, den eine breite Öffentlichkeit eher durch seine Bestseller „Ratgeber für schlechte Väter“ kennt. Künstlerisch interessanter sind allerdings seine Reportagen, denn darin gelingt Delisle etwas Einzigartiges: Er stellt uns in Bildern sehr lustig und kurzweilig fremde Länder reportagehaft vor. Eine dieser Reportagen galt Nordkorea, eine China, eine Birma, eine Israel. Delisle gehört zu den ganz wenigen international bekannten Künstlern in der jungen Gattung der Comic-Reportagen.

In Frankreich ist Delisle, der aus dem französischsprachigen Teil Kanadas stammt und in Südfrankreich lebt, sehr viel bekannter als bei uns. In Deutschland kennt ihn die Kulturszene aber inzwischen auch, spätestens seit seine ironischen Erziehungsberater im Kassenbereich des Buchhandels liegen.

Seine aktuelle Prominenz hat aber offenbar nicht verhindern können, dass jemand beim Reprodukt-Verlag einen extrem lieblosen und fehlerhaften Klappentext geschrieben hat und dieser noch in der dritten Auflage nicht ausgemerzt wurde.

Rückumschlag des Buches Shenzhen von Guy Delisle
Dass hier eine Floskel an die andere gereiht wird – geschenkt. Dass hier einmal ein Adjektiv im falschen Fall steht („ausufernde Millionenstadt“) – geschenkt. Aber „vorrübergehend mit Doppel-r“ zu schreiben – das darf in der Grundschule passieren, aber nicht in der dritten Auflage eines literarischen Pioniers.

Der Fehler wird leider auch von Erwachsenen oft gemacht. Die Leute denken: Vorsilbe „vor“ plus Verb „rübergehen“ gleich „vorrübergehen“. Man sagt ja auch „hinnehmen“ und nicht „hinehmen“. Häufiger noch kommt dieser Fehler bei „Vorrausetzung“ vor.

Nach dieser etwas naiven Logik müsste es am Ende des Klappentextes dann aber auch „Herrausforderungen“ heißen.

E-Mail-Korrektur: 5 Dinge, die man nicht vergessen sollte

Namen falsch geschrieben oder Termin vertauscht? Das kann verheerende Wirkung haben, weshalb man die Fehler möglichst rasch korrigieren sollte. Leider begehen viele dabei gleich den nächsten Fehler oder sogar zwei …

1. Wichtigste Maßnahme: die ausgebesserten Dinge möglichst schnell nachliefern und dabei keine erneuten Fehler begehen.
Es ist sehr peinlich, wenn man der ersten Korrektur noch eine zweite nachschieben muss. Also am besten rasch reagieren, aber eben nicht, ohne noch einmal sorgfältig (am besten zu zweit) die korrigierte Information durchzusehen.

2. Um Entschuldigung bitten, aber keine großen Worte dafür verlieren.
Vielleicht haben Sie der Gegenseite unnötige Arbeit verursacht oder sogar Unannehmlichkeiten bereitet. Also drücken Sie ganz kurz und aufrichtig ihr Bedauern aus. Zwei Fehler werden dabei sehr oft gemacht: Erstens können Sie sich, formal gesehen, nicht selbst entschuldigen. Sondern Sie müssen darum bitten, dass man Ihnen Ihren Fehler verzeiht. Zweitens sollten Sie Ihren Fehler, wenn überhaupt, nur ganz kurz erklären. Eine ausufernde oder unglaubwürdige Erläuterung macht die Sache nur noch schlimmer.

3. Erläutern Sie kurz, was genau falsch war.
Angenommen, jemand hat bereits mit Ihren Informationen gearbeitet: Er wird sich natürlich fragen, ob er jetzt ganz von vorn anfangen muss, der Fehler könnte ja überall stecken. Deshalb teilen Sie in Ihrer Mail mit, dass Sie zum Beispiel den ersten Absatz Ihres Textes geändert haben, weil dort noch ein Name falsch geschrieben war oder ähnliches. Falls Sie mehrere oder viele Dinge korrigieren mussten, teilen Sie auch das mit – es hilft ja nichts. Besser mehr Arbeit bei Ihren Partnern als später die Wut über übersehene Fehler!

4. Liefern Sie alle in der betreffenden E-Mail gelieferten Anhänge erneut mit.
Sehr wichtig: Liefern Sie nicht nur eines von mehreren Dokumenten neu aus, sondern unbedingt alle, die gleichzeitig damit verbreitet wurden. Andernfalls riskieren Sie ein Durcheinander bei Ihren Partnern: Wenn die nämlich später trotzdem auf die erste Mail mit dem fehlerhaften Dokument zurückgreifen, ist ihr Fauxpas doch wieder im Geschäft. Deshalb bedarf es auch unbedingt Punkt 5:

5. Bitten Sie um Vernichtung der gesamten fehlerhaften E-Mail.
Stellen Sie sich vor, mehrere Leute greifen auf ein Postfach zu oder jemand ist ein bisschen vergesslich: So lange Ihr Fehler irgendwo liegt, kann er Unheil anrichten. Nur dann, wenn die ganze E-Mail vernichtet worden ist, haben Sie diese Gefahr eliminiert. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass Sie den kompletten Inhalt schon neu ausgeliefert haben (Punkt 4).

Wir haben natürlich selbst schon etliche E-Mails mit Fehlern verbreitet.
Daher wissen wir: Nur wenn wir an diese 5 Dinge denken, können wir nach Korrekturen ruhig schlafen … 

Das schmeckt ja wie Sockensaft!

Jede Sprache hat eigene Redewendungen, darunter sind oft wundervolle Bilder. Wir haben einmal die 24 lustigsten Sprüche herausgesucht.

1. Das schmeckt ja wie Sockensaft!
Damit drückt man in Frankreich bei Getränken aus, dass es widerlich schmeckt. „C’est du jus de chaussette“, heißt es im Original. Bei uns gibt’s sowas ähnliches, nämlich „Das schmeckt wie Waschwasser“.

2. Man muss sich um seine Zähne kümmern, so lange sie noch im Mund sind!
Danach ist’s tatsächlich ein bisschen spät! Aus Kenia.

3. Ich kann kein Blut aus einem Stein quetschen!
In Deutschland würde man für diesen englischen Spruch sagen: Das kann ich mir nicht aus den Rippen schneiden!

4. Je älter der Ingwer, desto schärfer.
Wir überlassen die Interpretation dieser chinesischen Weisheit Ihrer Phantasie …

5. Er hat kein Moos mehr auf dem Kiesel …
Lustiger französischer Spruch für Glatzköpfe.

6. Die lügt wie ein BH!
Man sagt aber in Frankreich durchaus auch: „Er lügt wie ein BH!“ Bei uns heißt’s deutlich blasser: lügen wie gedruckt.

7. Gäste und Reiher sind am schönsten, wenn sie sich erheben!
Aus Japan. Bekanntlich heißt es ja bei uns: „Besuch ist wie Fisch: Am dritten Tag stinkt er!“

8. Das mache ich, wenn die Hühner Zähne kriegen!
Aus Frankreich: Es kann also noch ein Weilchen dauern …

9. Er ist kühl wie eine Gurke.
Englisch für: Er hat die Ruhe weg.

10. Der Kerl ist braun wie ein Aspirin!
Französisch für Blässe.

11. Wer ein Ei in der Tasche hat, tanzt nicht.
Aus Gabun. Nee, lieber nicht.

12. Er hat nur Daumen an der Hand.
Geschicklichkeit ist also dieses Engländers Stärke nicht.

13. Sie hat einen Finger in der Pastete.
Will sagen: ihre Finger im Spiel (England).

14. Die Küste ist klar.
Englisch für: Die Luft ist rein.

15. Ihre Zunge hängt gut im Mund.
Bei uns würde man sagen: Sie ist nicht auf den Mund gefallen. Aus Frankreich.

16. Da steckt ein Aal unter dem Felsen!
Französischer Ausdruck für jemanden, der etwas im Schilde führt.

17. Butter würde in ihrem Mund nicht schmelzen …
Diese Engländerin kann kein Wässerchen trüben.

18. Der ist dumm wie ein Koffer ohne Griff!
Tja, und so ein Koffer ist auch in Frankreich nicht viel wert.

19. Da kannst Du reden, bis Du blau im Gesicht bist!
Beziehungsweise den Mund fusselig. England.

20. Da kommt mir der Senf in der Nase hoch!
Der Franzose denkt immer ans Essen, während dem Deutschen eher der Kragen platzt.

21. Es regnet wie eine Kuh, die pisst.
Plastische gallische Variante unserer Bindfäden …

22. Frauen sind wie Merino-Schafe: Man beurteilt sie nach ihrem Hinterteil.
Aus Südafrika. Die Frage ist allerdings: Wer ist „man“?

23. Er war da, bevor man Jack Robinson sagen konnte.
In Nullkommanix offenbar.

24. Drück auf den Champignon!
Gib mal Gas, will man als Franzose damit sagen.

Quellen:
Axel Krohn: Trockene Hosen fangen keine Fische. Hamburg: Rowohlt, 2020.
Hans-Georg Heuber: Talk one‘s head off. Hamburg: Rowohlt, 2005.
Marie-Thérèse Pignolo & Hans-Georg Heuber: Ne mâche pas tes mots. Hamburg: Rowohlt, 2005.

Die Panndemie raddikal elliminieren!

Fremdwörter werden im Deutschen selten auf der ersten Silbe betont. In Statements ignorieren Politikerinnen und Politiker das aber oft – was ziemlich doof klingt …

Auch unser Gesundheitsminister Jens Spahn sagt „Panndemie“ mit der Betonung auf der ersten Silbe. Das ist natürlich nicht schlimm, aber die Betonung muss bei Pandemie eben auf der dritten Silbe liegen. Aber hören Sie in selbst, es dauert nur 7 Sekunden:

 

Es heißt …

Analyse, nicht Annalyse!
Automatisieren, nicht automatisieren!
Debatte, nicht Dehbatte!
Differenziert, nicht differenziert!
Digital, nicht digital!
Finanzen, nicht Finnanzen!
Fragmentierung, nicht Frackmentierung!
Kommunal, nicht Kommunal!
Materiell, nicht matteriell!
Militärisch, nicht millitärisch
Ökonomie, nicht Öckonomie!
Personell, nicht peersonell

Man könnte ein ganzes Buch draus machen – wenn es das nicht schon gäbe. Diese richtigen Betonungen stehen nämlich alle so im Fremdwörter-Duden. Meist werden die Wörter so betont wie dort, wo sie herkommen. Deswegen sagt man auch Hotel und nicht Hotel.

In den Nachrichten können wir aber allabendlich beobachten, wie Politiker Fremdwörter trotzdem auf der ersten Silbe betonen. Dann heißt es eben doch „Panndemie“, „raddikal“ oder „elliminieren“. Vermutlich liegt’s daran, dass sie sich dran gewöhnt haben, ihre Aussagen durch eine starke Anfangsbetonung rhythmisch-dynamischer wirken zu lassen. Das wirkt allerdings bei Fremdwörtern doof, bei Erbwörtern sogar besonders doof: „bisslang“ und „bissher“ haben halt überhaupt nichts mit Bissen zu tun!

Storytelling und Storydoing: Was ist das und was bringt das?

Haben Sie Lust auf angenehmes Lernen? Dann gucken Sie sich doch mal die fünf kurzen Werbespots an, die wir für Sie eingebettet haben: Sie zeigen sehr schön, was Storytelling und Storydoing leisten können.

Die folgenden Filme zeigen wir regelmäßig auch in unseren Storytelling-Webinaren. Während die ersten drei Spots jeweils nur Geschichten erzählen, wird in den beiden letzten Filmen auch etwas getan, um nachher davon erzählen zu können – genau das ist der Unterschied zum Storydoing.

Unsere Webinare bieten wir derzeit nur auf Anfrage für Gruppen an. Weitere Details zu diesen Webinaren finden Sie unter www.imkis.de/webinare/storytelling.