Schlagwort: Doppelpunkt

Wie schreibt man Uhrzeiten korrekt?

Man muss Uhrzeiten ja recht oft schreiben, zum Beispiel bei Terminen oder Öffnungszeiten – aber wie schreibt man diese Angaben ganz korrekt? Wir haben uns fünf Fragen vorgeknöpft und ganz kurz beantwortet.

Von Andrea Rayers

Punkt oder Doppelpunkt?
Die DIN 5008 schreibt für Zeitangaben den Doppelpunkt vor: 09:30 Uhr. Der Duden hingegen erlaubt auch den Punkt und sogar die Hochstellung: 9.30 Uhr oder 930 Uhr. Bei vollen Stunden darf man Minutenangaben auch weglassen: 9 Uhr. Man hat also die Wahl, sollte sich aber einmal entscheiden und dann einheitlich schreiben. 

Mit oder ohne führende Null?
Die DIN 5008 schreibt für Stundenangaben die führende Null vor, wenn sie durch Minuten- und Sekundenangaben begleitet werden: 09:30 Uhr. Steht hingegen die Stunde allein, kann man die führende Null auch weglassen: 9 Uhr. Der Duden ist weniger streng und erlaubt auch die Schreibweise 9:30 Uhr. 

Darf man das Wörtchen „bis“ durch einen Strich ersetzen?
Ja, darf man. Der Duden legt als Zeichen für „bis“ den Gedankenstrich fest. Dieser ist länger als der Bindestrich. Kurzbefehl bei Windows: [Strg] plus [-] auf dem Nummernblock. Kurzbefehl beim Mac: [alt] plus [-]. Vor und nach dem Gedankenstrich steht kein Leerzeichen:
09.00–17.00 Uhr. Die DIN 5008 erlaubt statt des Gedankenstrichs auch den Bindestrich und fordert auch ein Leerzeichen: 09:00 – 17:00 Uhr.

Darf man „Uhr“ mit h abkürzen?
Nein. Die Abkürzung h ist für „Stunden“ reserviert und darf daher NICHT „Uhr“ ersetzen. 9 h bedeutet nicht 9 Uhr, sondern 9 Stunden.

Dürfen die Zahlen auseinanderfallen?
Nein, auseinanderfallende Uhrzeiten sehen scheußlich aus – wenn also die Ziffer in der einen Zeile steht und das Wort „Uhr“ in der nächsten. Verhindern kann man das durch ein geschütztes Leerzeichen. Kurzbefehl bei Windows: [strg] plus [Shift] plus [Leertaste]. Mac: [alt] plus [Leertaste]. Diese Zeichen einzusetzen macht immer etwas Mühe. Bei wichtigen Texten bzw. hohen Ansprüchen ist dieser Arbeitsschritt aber erforderlich …

Gendern: Der Rechtschreibrat blamiert sich wieder

In der Vorberichterstattung hatten die Medien wieder einmal die Hoffnung geweckt, der Rat für deutsche Rechtschreibung würde in dieser Woche die Frage des Genderns im Deutschen klären. Und tatsächlich erzielte der Rat einen Kompromiss, der einstimmig von Gender-Gegnern und –Befürworter*innen beschlossen wurde.

Von Stefan Brunn

Man könnte darüber lachen, wenn es nicht so wichtig wäre: Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat vergangene Woche die „Eupener Beschlüsse“ gefasst und darin einen Kompromiss über das Gendern im Deutschen erzielt. Das wäre, nach 50 Jahren Streit um dieses Thema, eine echte Held*innenleistung. In Wahrheit gleicht das Ergebnis aber dem des sprichwörtlichen Hornberger Schießens: Man kündigt mit großem Getöse etwas an und am Ende kommt nichts heraus. Der Ratsvorsitzende Josef Lange verhedderte sich in der Abschluss-Pressekonferenz in germanistischen Details und ahnte da bereits, dass er es niemandem recht machen würde. Und tatsächlich: Das, was hier mit großem Aufwand geschaffen wurde, hat diese Aufmerksamkeit in keinster Weise verdient.

Was ist denn eigentlich herausgekommen?
1. Zum wiederholten Male beschließt der Rat, dass er eben keine Empfehlung zum Gendern ausspricht.
2. Er nimmt die Sonderzeichen Binnen-I, Binnen-Doppelpunkt, Genderstern und Unterstrich ins Inventar der deutschen Orthographie auf und erstellt dafür einen eigenen Abschnitt „Sonderzeichen“, in den auch solche Zeichen wie % oder § gesteckt werden.

Die Beschlüsse wurden einstimmig gefasst – obwohl im Rat sowohl überzeugte Gender-Gegner als auch überzeugte Gender-Befürworter*innen sitzen und diese sich bis um zwanzig vor Zwei nachts gezankt haben. Warum konnten sie dann etwas einstimmig verabschieden? Offenbar aus einem einzigen Grund: weil beide Seiten denken, dass die Beschlüsse für unsere Sprache keinerlei Bedeutung haben!