Schlagwort: Abkürzungen

Der Textometer wird immer besser

Wie verständlich ist mein Text, ganz objektiv? Das misst unser kostenloser und einfach bedienbarer Textometer schon lange. Wir haben ihn jetzt aber noch mal verfeinert und gebrauchstauglicher gemacht. Unbedingt ausprobieren!

Von Hannah Molderings

Der Teaser dieses Textes ist „sehr einfach“ geschrieben. Das sage ich nicht nur so, sondern das kann ich mit www.textometer.de auch beweisen. Selbst bei kurzen Texten ist die Analyse halbwegs verlässlich. Längere, wirklich unverständlich geschriebene Texte identifiziert der Textometer hingegen sehr zuverlässig. Deshalb ist es uns rätselhaft, warum viele Leute offenbar keinerlei derartige Tools nutzen. Gucken Sie sich spaßeshalber mal diese Pressemitteilung des Max-Born-Instituts an:

Zum Tango braucht es zwei Kämme

https://www.openpr.de/news/1312846/Zum-Tango-braucht-es-zwei-Kaemme-idw.html

Der katastrophal komplizierte Pressetext wird vom Textometer zurecht als „sehr schwierig“ klassifiziert: Man würde 20 Schuljahre absolvieren müssen, um ihn zu verstehen. Wer solch ein schlechtes Resultat erzielt, sollte eines tun: So lang weiter daran arbeiten, bis er im grünen Bereich liegt!

Apropos grüner Bereich: Wir haben zuletzt einiges getan, um den Textometer noch weiter zu verbessern. Unter anderem zeigt jetzt immer ein Regler auf einer Skala an, wie verständlich der Text ist. Das macht Spaß, denn man sieht, wie man sich mit jeder Textverbesserung weiter vom roten in den grünen Bereich vorarbeitet. Und auch im Logo sieht man beim „o“, ob man schon im grünen oder noch im roten Bereich unterwegs ist. Das erleichtert künftig Führungskräften, Texte so lange nicht anzunehmen, wie das „o“ rot ist. 😉

Neben diesem neuen farblichen Feedback haben wir auch die Formel (BLIX) hinter dem Tool verbessert: Es hatte uns immer gestört, dass die Formel schon Wörter ab 15 Zeichen Länge abstraft (etwa „Bundesregierung“). Wir haben diese Grenze auf 20 Buchstaben heraufgesetzt und auch die Gewichtung innerhalb der einzelnen Bewertungsfaktoren verschoben, um noch treffendere Einordnungen zu erzielen.

Außerdem haben wir ein paar Kleinigkeiten an der Usability optimiert und eine ganz neue Funktion hinzugefügt: den Waschmaschinen-Knopf. Wenn man diesen drückt, beseitigt der Textometer automatisch alle doppelten Leerzeichen, wandelt typografisch falsche Anführungszeichen in typografisch korrekte um, macht aus einem falsch gesetzten Gedankenstrich einen richtigen und einiges mehr.

Das Beste zum Schluss: Der Textometer ist weiterhin komplett kostenlos und werbefrei, dazu bleiben alle Eingaben komplett in Ihrem Browser! Sie können das Tool sogar einschränkungsfrei herunterladen und lokal nutzen. Wir wollen damit kein Geld verdienen, sondern freuen uns, wenn er oft genutzt wird, um für bessere Texte zu sorgen!

 


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Muss Prof. gegendert werden?

In der Wissenschaft wird der Titel „Prof.“ inzwischen häufig als „Prof.in“ gegendert. Bei Promovierten heißt es dann auch „Dr.in“. In Österreich ist „Prof.in“ an den Unis und in deren Sprachregeln sogar der Regelfall geworden – ähnlich wie in deutschen Behörden die „RL’in“. Ist das korrekt?

Von Katrin Liffers

Es gibt hier zwei Lager, die sehr unterschiedliche Philosophien haben:

Sichtweise A:
Die Regeln unserer Sprache sind uns heilig, daran müssen sich alle halten!

Nach dieser Sichtweise ist „Prof.in“ schlicht falsch. Zum einen grammatikalisch: „Prof.“ ist ein sogenanntes Kopfwort, also eine Abkürzung, bei der der hintere Teil des ursprünglichen Wortes weggelassen wird. Dann folgt ein Punkt, der das Wort abschließt und alle denkbaren Endungen umfassen kann. „Prof.“ kann zum Beispiel für „Professors“, Professorinnen“ und auch „Professor:in“ stehen – ganz ohne zusätzliche Flexionsendung. Ähnlich wie „Fachkraft“ oder „Mitarbeitende“ ist die Abkürzung folglich per se genderneutral. Zum anderen ist „Prof.in“ auch orthografisch nicht korrekt: Der Rat für deutsche Rechtschreibung und der Duden sehen „Prof.in“ nicht vor. Die Schreibweise entspricht also auch nicht unseren Rechtschreibregeln.

Sichtweise B:
Regeln sind gestaltbar! Sprache wandelt sich und der aktuelle Sprachgebrauch der Menschen ist wichtiger als Normen.

Neben der vorschreibenden Sichtweise A gibt es eben auch eine andere Sichtweise, die für die dauernde Anpassung unserer Regeln an den Sprachgebrauch eintritt. Innovationen und Regelverletzungen sind hier nichts Schlechtes, sondern das natürliche Ergebnis von Sprachen in ihrem Gebrauch. Für diese Gruppe ist die Sicht- und Hörbarkeit (durch das zusätzliche Suffix „-in“) wichtiger als grammatikalische oder orthografische Regeln. In Österreich hat sich diese Sichtweise an vielen Unis durchgesetzt, in Deutschland (jedenfalls noch) nicht, obwohl man „Prof.in“ auch in der deutschen Presse immer mal wieder sieht (Beispiel). So ganz neu und einzigartig ist das Gendern nach einem Abkürzungszeichen übrigens nicht: In der Welt der deutschen Behörden haben sich ganz ähnliche Gender-Regeln auch für Funktionsbezeichnungen etabliert: ORR’in für Oberregierungsrätin oder RL’in für Referatsleiterin wird hier schon lange gesagt und geschrieben.

Unterm Strich stehen wir hier also vor einer durchaus grundlegenden sprachphilosophischen Frage: Ist mir Regeltreue wichtiger oder eine sicht-/hörbare sprachliche Repräsentation von Frauen? Das kann/muss jeder für sich selbst beantworten. Die Ausgangsfrage aber, nämlich ob „Prof.“ gegendert werden muss, lässt sich außerhalb bestimmter Unis klar verneinen.

 


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Wie führt man Abkürzungen korrekt und elegant ein?

Abkürzungen kürzen eine Sache ab, das ist praktisch. Es nervt die Leserschaft allerdings, wenn ihre Bedeutungen nicht klar sind. Wir zeigen vier Möglichkeiten, mit Abk. leserfreundlich fertig zu werden.

Von Hannah Molderings

1. Abkürzung klassisch einführen
Der Klassiker: Am Anfang des Textes schreibt man das Wort einmal aus und setzt die Abkürzung in Klammern dahinter. Danach nutzt man nur noch die Abkürzung.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät von diesem Verhalten dringend ab.

2. Abkürzung bedarf keiner Einführung
Dies ist immer dann der Fall, wenn die Abkürzung eines Begriffs ohnehin bekannter ist als seine ausgeschriebene Form. Diese würde die Leser:innen im Zweifel dann sogar mehr verwirren als informieren.

TÜV, ADAC, BaföG, Parteinamen, ARD, ZDF und andere bekannte Fernsehsender

3. Abkürzung durch Zusatzinformation einführen
Diese Variante führt eine Abkürzung etwas unauffälliger ein: Hier setzt man einen erläuternden Zusatz direkt vor die Abkürzung.

Der US-Auslandsgeheimdienst FBI fahndet bereits seit Monaten nach der Verdächtigen.

4. Abkürzung sofort folgen lassen
Auch diese Möglichkeit führt eine Abkürzung recht sanft ein: Man platziert die Abkürzung möglichst nah an der ausgeschriebenen Formulierung und spart sich so die Klammer.

Zuständige Aufsichts- und Genehmigungsbehörde für alle bundeseigenen Eisenbahnen ist das Eisenbahn-Bundesamt. Zudem ist das EBA zuständige Aufsichtsbehörde für die nichtbundeseigenen Eisenbahnunternehmen, die einer Sicherheitsbescheinigung oder Sicherheitsgenehmigung bedürfen.