Mit welchen Fragen stoppt man Trolle?

Kommentare zu Artikeln im Netz sind oft interessant. Manchmal sind sie sogar interessanter als die Beiträge selbst. Aber es gibt eben auch dumme, aggressive, nervtötende Kommentare. Wir haben jetzt ein Werkzeug ausprobiert, das solche Kommentare vermeiden soll.

Wie hält man Trolle aus den Kommentarspalten einer Website heraus? Das ist eine Frage, auf die viele eine Antwort suchen. Für die meisten Medien lautet die Antwort derzeit: Man fischt die schlimmsten Kommentare mit Hilfe vieler Online-Redakteure heraus, von Hand also. Das aber ist teuer oder personell gar nicht möglich.

Insofern war es eine interessante Neuigkeit, als im letzten Jahr mehrere deutsche Medien über eine norwegische Idee berichteten: Dort setzt der Rundfunksender NRK einen kleinen Multiple-Choice-Test ein. Man will so prüfen, ob jemand, der kommentieren möchte, überhaupt den Text gelesen hat. Kann er die Fragen nicht beantworten, darf er auch nicht kommentieren.

Nachteil dieser Methode ist natürlich, dass man zunächst mehr Mühe hat und nicht weniger: Für jeden Text bedarf es auch eines zusätzlichen Tests. Und ob sich dumme Kommentatoren auf diese Weise von ihrem Treiben abhalten lassen, steht auch infrage.

Uns hat aber die Idee inspiriert zu einem Gedankenspiel: Wäre es nicht viel besser, eine gewisse Basisintelligenz abzufragen? Technisch jedenfalls ist das sehr einfach: Es gibt ganz einfache Werkzeuge für Websites, die einem Möchtegern-Kommentator immer eine von beliebig vielen vorher formulierten Fragen stellen, und zwar nach dem Zufallsprinzip. Wir haben ein solches Plugin ausprobiert und erfolgreich installiert. Wenn Sie nun auf unserer Website etwas kommentieren wollen, müssen Sie zuvor eine Frage beantworten.

Leider allerdings haben wir ein Problem unterschätzt: Nicht die Technik ist schwer zu finden, sondern gute Fragen. Wir haben gesucht und gesucht, aber fast alle Fragen haben Haken. Fragt man zum Beispiel nach dem ersten deutschen Bundespräsidenten, schaffen das viele junge Nutzer nicht zu beantworten. Fragt man mathematisches Wissen ab (Was ist 3 + 2 x 9?), filtert man viele Leute heraus, die keine Ahnung von Punkt-vor-Strich haben, aber zu anderen Problemen durchaus Kluges zu sagen hätten. Zehn dieser Fragen veröffentlichen wir nun und hier, so dass unsere Leser das Problem sofort erkennen dürften:

  • Wie lautet der Nachname des Schriftstellers, der den Roman „Die Blechtrommel“ verfasste?
  • Wie heißt das Organ, das in Deutschland den Bundespräsidenten wählt?
  • Wie heißt das deutsche Wort für Hypertonie?
  • Wie hieß der erste deutsche Bundespräsident mit Nachnamen?
  • Wie kürzt man die Anstalt ab, die das erste deutsche Fernsehprogramm macht?
  • Welcher der folgenden Staaten grenzt nicht an die Bundesrepublik Deutschland: Tschechien, Luxemburg, Polen, Slowenien?
  • Welche der folgenden Zahlen lässt sich nur durch sich selbst und 1 teilen: 9, 14, 17, 22?

Diskutieren Sie doch mit uns, welche Art von Fragen am ehesten das Zeug hätte, wütende Trolle herauszufiltern oder sie zumindest zu beruhigen. Allerdings dürfen einstweilen eben nur die mitdiskutieren, die ie jeweilige Zufallsfrage auch beantworten können …

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