ChatGPT und Gemini schaffen ihre Helferlein ab, die man immer wieder auf Texte ansetzen konnte. Stattdessen setzen sie künftig auf sogenannte Skills. Was ist das überhaupt, wie legt man selbst welche an, und was bringen sie fürs Schreiben?
Von Hannah Molderings
Was ist ein Skill?
Kurz gesagt: Ein Skill ist eine Anleitung für eine bestimmte Aufgabe, die die KI ausführen soll. In einem bestimmten Ordner liegen der Name des Skills, eine Beschreibung, die genauen Anweisungen und dazu auf Wunsch sogar Text-Beispiele und Vorlagen. Im Gegensatz zu einem normalen Prompt, den man jedes Mal neu eintippen müsste, liegt dieser Skill dann dauerhaft bereit. Die KI zieht diesen Skill dann jedes Mal heran, wenn eine Aufgabe dazu passt oder wenn wir den Skill explizit aufrufen. Entwickelt wurde das Skill-Format von Anthropic, dem Unternehmen hinter dem KI-Chatbot Claude. Bereits 2025 veröffentlichte Anthropic die Skills auf der eigenen Seite als offenen Standard.
In welchen KI-Anwendungen findet man Skills?
Bislang kannte man Skills nur von Claude. ChatGPT nutzte ein ähnliches Verfahren, nannte es aber GPTs. Das Pendant bei Gemini heißt Gems. Nun ziehen die beiden aber offenbar nach: OpenAI will seine GPTs am 11. Dezember 2026 abschalten. Nachfolger werden sogenannte Plugins, in die das Skill-Format integriert wird. Auch Google wandelt seine Gems ab November 2026 automatisch in Skills um. Die Skills setzen sich offenbar nach und nach als plattformübergreifende Norm durch.
Wie legt man einen Skill an?
Dafür gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man baut den Skill direkt als Datei: Dazu legt man einen entsprechenden Ordner an und erstellt darin eine Textdatei SKILL.md. Diese muss nach einem bestimmten Schema aufgebaut sein: Oben stehen Name und Beschreibung, darunter die Anleitung. Den Ordner packt man dann als ZIP-Datei und lädt ihn im entsprechenden Menü in der jeweiligen KI-Anwendung hoch.
Beim zweiten Weg arbeitet man direkt im Tool. Im Skill-Menü bieten die Anbieter einen einfachen Editor für das Erstellen der Skills. Die Eingaben werden dann automatisch in das richtige Skill-Dateien-Schema umgewandelt. Es ist sogar möglich, direkt im Chat gemeinsam mit der KI einen Skill zu erarbeiten.
Entscheidend für die spätere Arbeit mit dem Skill ist die Beschreibung. An ihr erkennt die KI nämlich, wann der Skill gebraucht wird. Google rät zum Beispiel dazu, genau zu sagen, wann ein Skill greifen soll: „Hilft bei Texten“ ist zu vage. „Greift, wenn ich um den Entwurf einer Pressemitteilung bitte“ funktioniert.
Was bringt der gemeinsame Standard?
Der größte Vorteil: Skills sind plattformübergreifend gültig. Wer einen Skill einmal geschrieben hat, kann ihn künftig in vielen verschiedenen Tools nutzen. Die bisherigen Formate GPTs und Gems waren hingegen nur innerhalb einer Plattform nutzbar: Wer den Anbieter wechselte, fing von vorn an.

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